Je weiter sich ein Verkehrsmittel mit einer Tankfüllung bewegt, desto größer ist der Anteil des Treibstoffs an der Gesamtmasse. Die Angaben sind gerundete Werte.

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Diagramm 2 . . . . . . Quelle: eigene Darstellung

Bei Flugzeugen und Raketen spielt das Gewicht wegen des zu überwindenden Höhenunterschiedes eine noch wichtigere Rolle als bei Schiffen oder Fahrzeugen. Da das Startgewicht eines Langstrecken-Flugzeuges mit ca. 15.000 km Reichweite heute zu 45 bis 50% aus Kerosin besteht, arbeitet die Flugzeugindustrie - z.B. bei Airbus - bereits an Konzepten für Flugzeuge mit Flüssigwasserstoff im Tank. Wegen des geringeren Gewichts werden hier auch wirtschaftliche Vorteile erwartet.

Noch wichtiger ist das Gewicht bei Raketen, die ohne aerodynamischen Auftrieb auskommen müssen. Ist die Gewichtskraft größer als die Schubkraft der Triebwerke, bewegt sich das Raumfahrzeug keinen Zentimeter von der Startrampe. Da das Startgewicht zu 90% und mehr aus Treibstoff besteht, wird in der Raumfahrt überwiegend Wasserstoff eingesetzt. In einem Raketentriebwerk hat die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff noch einen weiteren Vorteil: die Wassermoleküle treten wegen ihrer relativ geringen Masse sehr schnell aus der Antriebsdüse, was nach dem Impulssatz eine größere Schubkraft zur Folge hat.

Vor allem bei kleineren Fahrzeugen dürfen, neben Gewicht und Volumen des Kraftstoffs selbst, auch Gewicht und Bauraum der notwendigen Tanks nicht vernachlässigt werden. So wiegen 50 Liter Benzin etwa 37,5 kg. Um diese Energiemenge zu ersetzen, benötigt man nur 13,5 kg Wasserstoff - egal in welcher Form. Während Masse und Volumen der Tankwände beim Benzintank kaum ins Gewicht fällen, ist dies bei der Speicherung von H2 jedoch anders. Im folgenden Beispiel wurde ein Benzintank mit 50 l Inhalt und 40 kg Gewicht gleich 100% gesetzt.

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Diagramm 3 . . . . . . Quelle: eigene Darstellung

Der Tank mit gasförmigem H2 (GH2) bei 200 bar ist im Vergleich am größten. Da er das größte Volumen umschließt und einem hohen Druck standhalten muss, ist er auch noch mehr als 12mal so schwer wie ein Benzintank mit gleicher Energiemenge. Die Angaben im Diagramm gehen von Gasflaschen aus modernen Verbundwerkstoffen aus. Stahlflaschen sind etwa doppelt so schwer.

Die Metallhydride zeigen auch hier wieder die bereits genannten Nachteile

Bei Speicherung von flüssigem Wasserstoff wird das 3,8fache Tankvolumen benötigt. Wegen der Superisolation, die für die tiefen Temperaturen von nur 20 ° über dem absoluten Nullpunkt benötigt wird, würde ein solcher Tank insgesamt etwa 5mal soviel Platz benötigen und etwas schwerer ausfallen als ein vergleichbarer Benzintank. Für größere Tanks ergeben sich günstigere Werte, da große Körper ein besseres Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen aufweisen.

Da Brennstoffzellen-Fahrzeuge heute schon als Prototypen einen deutlich höheren Wirkungsgrad haben als die modernsten Dieselmotoren, kann das Tankvolumen evtl. auch geringer ausfallen.

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